Altdeponie Ahaus-Alstätte III


Brinkerhook

In der ehemaligen Tongrube Alstätte III wurde bis in die 1970er Jahre der anstehende Unterkreide-Ton in einer Tiefe von bis zu 12 m unter Gelände abgebaut. Seit 1978 erfolgte in der Tongrube die Einlagerung von Hausmüll, hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen, Klärschlamm und Bauschutt. Nach einer ersten Norderweiterung im Jahre 1981 wurde die Deponie dann 1994 erneut im Süden (1,46 ha) erweitert (Deponieabschnitt mit Basisabdichtung).

 

Die insgesamt ca. 12 ha große Deponiewurde als Gruben- und Haldendeponie mit einer maximalen Höhe von ca. 35 m über Gelände (78 m ü.NN) angelegt. Die Abfalleinlagerung endete in 2000, das Abfallvolumen beträgt ca. 1,3 Mio. m³. Teile der Deponiesohle der Altdeponie liegen unterhalb des Grundwasser(druck)spiegels. Die abgelagerten Abfälle wurden mit Bodenmaterialien abgedeckt. Die Altdeponie wurden bereits oberflächenabgedichtet.  Das Oberflächenabdichtungssystem ist wie folgt aufgebaut:

 

  • Rekultivierungsschicht (Reku-Schicht), humusreich 0,4 m,
  • Rekultivierungsschicht (Reku-Schicht), humusarm 1,2 m,
  • Dränmatte,
  • Kunststoffdichtungsbahn (KDB) aus HD-PE d ≥ 2,5 mm,
  • geosynthetische Dichtungsbahn (Bentonit-Matte),
  • Tragschicht, d ~ 0,1 m,
  • gasgängige Tragschicht, d ~ 0,35 m,
  • Profilierungsschicht, d ~ 0,4 m.

 

Das Sickerwasser aus dem Deponiekörper wird über mehrere Pumpenanlagen zur Vorbehandlungsanlage auf dem Deponiegelände gepumpt. Nach Vorreinigung wird es über das nachgeschaltete Hauptpumpwerk zur Kläranlage Ahaus gepumpt. Auch das Sickerwasser der Deponie Alstätte I wird über eine Druckrohrleitung zur Vorbehandlungsanlage der Deponie Alstätte III gepumpt und dort vorbehandelt. Das Reinigungsverfahren für das Sickerwasser besteht aus einer biologischen Reinigung mit anschließender Aktivkohleadsorption. Das so vorbehandelte Sickerwasser wird in der kommunalen Kläranlage Ahaus weiter gereinigt.

 

Das anfallende Deponiegas wird durch vertikale Gaskollektoren und über in der Gasdränschicht verlegten Dränagen aktiv entgast. Die Gasbrunnen sind über Gassaugleitungen mit den am Deponierand aufgestellten Gassammelstationen verbunden. Über Gassammelleitungen wird das Gas von den Gasunterstationen zur Verdichterstation gefördert und einem Blockheizkraftwerk zugeführt. Die im Blockheizkraft erzeugte Wärme wird als Prozesswärme in der Sickerwasserbehandlung genutzt. Der Strom wird bis auf den Eigenverbrauch der Anlagen am Standort veräußert.