Altdeponie Borken


Hoxfeld

Die ca. 22,2 ha große Deponie Borken-Hoxfeld wurde seit 1972 für die Ablagerung von Siedlungsabfällen (heutige Deponieklasse II) betrieben. Es wurden ca. 2,3 Mio. m³ Abfälle eingelagert. Die ca. 18 ha große Altdeponie umfasst die gesamte Deponie einschließlich des Eingangsbereiches mit Ausnahme der Deponie-Norderweiterung. Sie besteht aus den Teilflächen Altbereich (mittlerer Teil der Altdeponie; 1972 - 1998) und wurde 1979 und in den 80er Jahren mehrfach erweitert(1. Erweiterung (westlicher Teil der Altdeponie; 1979 - 2002)) und s.g. Betriebsdeponie mit 1. und 2. Teilfläche (östlicher Teil der Altdeponie; 1991 - 1995)). Zur langfristigen Sicherung der Altdeponie, die nicht basisabgedichtet ist (die Dichtungsfunktion im Sohlbereich übernimmt hier der sehr gering durchlässige Ratinger Ton), wurde 1996 eine Dichtwand mit Umschließung desgrößten Teils der damaligen Deponiefläche (mit Ausnahme des östlichen Außenrands entlang der Kreisstraße K 50) errichtet. Die Sohle der teilweise in Austonungen angelegten Altdeponie liegt z.T. unter dem Grundwasserdruckspiegel des die Tone unterlagernden Hauptgrundwasserleiters (Walsumer Meeressande). Von 2002 bis 2005 wurde die ca. 3 ha große TASi-konform angelegte und basisabgedichtete Nord-Erweiterung betrieben (Einlagerung von hausmüllähnlichem Gewerbeabfall und vorbehandeltem Hausmüll (MBA-Output)). Deren Schüttkörper lagert der Betriebsdeponie auf deren Nordböschung auf.

 

Mit Beendigung der Abfalleinlagerung wurde die Deponieoberfläche generell mit verdichtetem, bindigen Boden temporär abgedichtet (Schichtdicke ≥ 0,3 m).Teile der Deponieoberfläche der Altdeponie (Süd- Ost- und Westrand sowie Teile des Plateaus) sind bereits endabgedichtet worden. Als weitere Baumaßnahmen verbleiben zwischen 2017 und 2019 die Bauabschnitte 4 bis 6 mit jeweils rund 3,2 ha.

 

  • Das Oberflächenabdichtungssystem ist wie folgt aufgebaut:
  • Rekultivierungsschicht (Reku-Schicht), humusreich 0,4 m,
  • Rekultivierungsschicht (Reku-Schicht), humusarm 0,8 m,
  • Dränmatte,
  • Kunststoffdichtungsbahn (KDB) aus HD-PE d ≥ 2,5 mm,
  • geosynthetische Dichtungsbahn (Bentonit-Matte),
  • Tragschicht, d ~ 0,1 m,
  • gasgängige Tragschicht, d ~ 0,35 m,
  • Profilierungsschicht, d ~ 0,4 m.

 

Die Deponie Borken-Hoxfeld verfügt über ca. 2.500 m lange spülbare Sickerwasserdränagen und -leitungen. Das Sickerwasser wird über zwei Pumpwerke (Hauptpumpwerk im Südwesten, Pumpwerk nahe Eingangsbereich) über eine gemeinsame etwa 5,6 km lange Druckrohrleitung zur Sickerwasserbehandlungsanlage auf dem Gelände der Kläranlage Borken gepumpt. Das Reinigungsverfahren für das Sickerwasser besteht aus einer biologischen Reinigung mit anschließender Aktivkohleadsorption. Das so vorbehandelte Sickerwasser wird anschließend in der kommunalen Kläranlage Borken weiter gereinigt.

 

Das anfallende Deponiegas wird durch vertikale Gaskollektoren und über in der Gasdränschicht verlegten Dränagen aktiv entgast. Die Gasbrunnen sind über Gassaugleitungen mit den am Deponierand aufgestellten Gassammelstationen verbunden.
Über Gassammelleitungen wird das Gas von den Gasunterstationen zu einer Verdichterstation und dort über eine Mikrogasleitung zum Kreishaus Borken gefördert. Dort wird das Deponiegas in einem Blockheizkraftwerk verwertet. Die anfallende Wärme und der erzeugte Strom wird zur Versorgung des Kreishauses genutzt.