Annahme und Entsorgung von Polystyrol-Abfällen

Ab dem 01.10.2016 wird es eine signifikante Änderung bei der Annahme und Entsorgung von Baustyropor/Styrodur geben, da ab dem 30.09.2016 die EU-Verordnung 2016/460 vom 30.03.2016 zur Änderung der POP-Verordnung in Kraft tritt. Demnach wird Styropor/Styrodur, welches mehr als 1.000 mg/kg OS des Flammschutzmittels Hexabromcyclodecan (HBCD) enthält, als gefährlicher Abfall im Sinne der Abfallverzeichnisverordnung eingestuft. Mit Blick auf ihr Potential zur Anreicherung in der Umwelt sollen diese Abfälle aus den Wirtschafts- und Naturkreisläufen ausgeschleust und zertifizierten Verbrennungsanlagen zugeführt werden. HBCD wird bislang in der Dämmstoffindustrie als Brandschutzmittel verwendet und befindet sich in nahezu allen verbauten Dämmmaterialien.

 

Ab dem 01.10.2016 müssen diese Dämm-Materialien separat gesammelt und als Monocharge ausschließlich unter der Abfallschlüsselnummer 17 06 03* als gefährlicher Abfall nachweis-pflichtig entsorgt werden. Dies gilt auch für die Entsorgung von Teerpappe und bitumenhaltigen Dachpappen mit entsprechenden Styropor- und Styroduranhaftungen.

 

Wir bitten Sie ebenso dafür Sorge zu tragen, dass bei der Entsorgung von Baumischabfällen (ASN 170904) keine HBCD-haltigen Dämmmaterialen enthalten sind. Um Einschränkungen und Restriktionen in den zugelassenen Entsorgungsanlagen bei der Entsorgung dieser nachweispflichtigen Abfälle zu vermeiden, bitten wir Sie sicherzustellen, dass die vorgegebenen Getrennthaltungsvorschriften und die veränderte Nachweisführung bei der Entsorgung entsprechender Abfälle durch Ihr Unternehmen eingehalten werden. Der Abfallerzeuger /-lieferant ist verpflichtet, dem Entsorger nachzuweisen, dass das Material HBCD-haltig ist oder nicht. Bei Bedarf unterstützen wir Sie gerne bei der Einholung der erforderlichen Abfallanalytik.

 

Wir werden insofern ab sofort die Einhaltung dieser Vorgaben im Rahmen unserer Annahmekontrollen überprüfen. Die Übernahme und geordnete Entsorgung durch die EGW erfolgt nur nach vorheriger Anfrage und Zustimmung der EGW. Wir weisen darauf hin, dass sich infolge dieser Umstellung die Entsorgungspreise verteuern werden und bitten Sie, dieses in ihren Kalkulationen zu berücksichtigen. Unsere bisherigen Entsorgungskonditionen für diese Abfälle verlieren ab sofort ihre Gültigkeit. Anstehende Entsorgungsanfragen können nur im Einzelfall und nach Abstimmung mit der Entsorgungsanlage bearbeitet werden.