SCHADSTOFF-SAMMELBILANZ 2024

Am Schadstoffmobil haben Bürgerinnen und Bürger diverse Schadstoffe angeliefert. Im Durchschnitt waren das knapp 1 kg pro Einwohner. Hauptsächlich waren darunter Dispersionsfarben mit ca. 161.000 kg, E-Schrott mit ca. 42.500 kg, Altlacke und Altfarben mit ca. 30.000 kg und Lösemittel mit ca. 50.000 kg. Insgesamt wurden ca. 434.000 kg Schadstoffe am Schadstoffmobil der EGW angeliefert. 

Bioabfälle

Die Behandlung von Bioabfälle aus dem Kreis Borken (rund 45.000 t/a), der Stadt Dortmund (rund 20.000 t/a) und dem Kreis Recklinghausen (rund 40.000 t/a) stellt eine der Kernkompetenzen der EGW dar. In den Anlagen am Standort Gescher-Estern stehen bis zu 108.000 t Behandlungskapazität in der MBA und der Bioabfallkompostierungs- und Vergärungsanlage zur Verfügung.

 

Störstoffe (Fehlwürfe) aus dem Bioabfall werden wie der kommunale Restabfall über bestehende Verträge entsorgt. Die erzeugten gütegesicherten Kompostprodukte (rund 35.000 t/a) werden über Substrathersteller, in Rekultivierungsmaßnahmen, in die Landwirtschaft, in den Garten- und Landschaftsbau und an Privatabnehmer abgesetzt.

Grünabfälle

Im Kreis Borken fallen jährlich rund 34.500 t/a Grünabfälle an. Diese werden von der EGW in den Anlagen in Gescher-Estern, Gronau und Vreden-Ellewick zu gütegesicherten Grünabfallkomposten verarbeitet.

 

Die erzeugten gütegesicherten Kompostprodukte werden über Substrathersteller, in die Landwirtschaft, in den Garten- und Landschaftsbau und an Privatabnehmer abgesetzt.

 

ALTPAPIER

ROHSTOFF PUR

Altpapier ist der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Neupapier. Die separate Erfassung von Altpapier ist eine Grundvoraussetzung zur hochwertigen Verwertung.

Im Kreis Borken haben mit Ausnahme der Stadt Gronau alle Städte und Gemeinden eine kommunale Altpapiersammlung eingeführt. Je Jahr werden im Kreis Borken durchschnittlich rund 22.000 t Altpapier getrennt erfasst. Dies entspricht einer einwohnerspezifischen Menge von 60 kg/(E*a). Enthalten sind ca. 33,5 % Verpackungsanteil für die dualen Systeme Deutschland (DSD) und ca. 66,5 % Druckerzeugnisse und sonstige Papiere.

 

Die EGW sorgt im Auftrag des Kreises Borken für eine hochwertige Verwertung des kommunal gesammelten Altpapiers. Die Verwertungserlöse werden abzüglich der entstehenden Transport- und Handlingskosten an die Städte- und Gemeinden ausgeschüttet.

ELEKTRO-ALTGERÄTE

ORDNUNGSGEMÄSSE ENTSORGUNG

Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Metalle und andere Stoffe, die wiederverwendet werden können. Das schont Ressourcen und Umwelt. Elektrogeräte enthalten oft aber auch Schadstoffe. Diese gefährden bei nicht fachgerechter Entsorgung Gesundheit und Umwelt. Daher werden Elektroaltgeräte getrennt gesammelt.

In Deutschland wurde für die Entsorgung von Elektroaltgeräten die so genannte geteilte Produktverantwortung eingeführt. Dies bedeutet, dass wesentliche Pflichten zum einen bei den Städten- und Gemeinde, zum anderen bei den Herstellern von Elektro(nik)geräten liegen.

Die Städte und Gemeinden sind verpflichtet, Sammelstellen für Elektroaltgeräte einzurichten und diese dort kostenlos zurückzunehmen. Im Kreis Borken werden Elektroaltgeräte auf den kommunalen Wertstoffhöfen und dem schadstoffmobil (Kleingeräte) angenommen.

 

ALTKLEIDER

WIEDERVERWERTUNG UND RECYCLING

Die Städte und Gemeinden Ahaus, Borken, Gescher, Heek, Heiden, Isselburg, Legden, Raesfeld, Reken, Rhede, Schöppingen, Stadtlohn, Südlohn, Velen und Vreden erfassen in einer gemeinsamen kommunalen Sammlung mit dem Kreis Borken und der EGW in 202 Depotcontainer Alttextilien.

Daneben sammeln eine Vielzahl von karitativen und gewerblichen Sammlern Altkleider in Depotcontainern und teilweise über Straßensammlungen.

Die Erfassung und hochwertige Verwertung des Wertstoffes Altkleider in kommunaler Hand macht aus abfallwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht Sinn. Hierbei stehen der Schutz und die Beibehaltung der caritativen Sammlungen im Vordergrund.

Die im kommunalen System gesammelten Altkleider werden durch einen Drittanbieter hochwertig verwertet. Die Verwertungserlöse werden nach Abzug der entstehenden Kosten an die Kommunen ausgeschüttet.

Letztendlich entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, wen sie unterstützen wollen:

  • die caritativen Sammler, die sich mit den Einnahmen finanzieren,
  • die kommunale Sammlung, bei der die Einnahmen gegen die Abfallgebühren gerechnet werden oder
  • gewerblichen Sammlungen, die Gewinne aus den Verkäufen erzielen.
 

 

RESTABFÄLLE

DER REST VOM REST

Die erfasste Haus- und Sperrmüllmenge aus Haushaltungen lag in den vergangenen Jahren bei rund 52.000 t/a. Dies sind rund 143 kg/E*a. Es wird deutlich, dass im Kreis Borken durch die umgesetzten Maßnahmen zu einer separaten Erfassung von verwertbaren Abfallfraktionen der Anteil der zu beseitigenden Siedlungsabfälle bereits heute ein relativ niedriges Niveau erreicht hat.

 

Durch eine verstärkte Wertstoffabschöpfung ist davon auszugehen, dass die spezifische Restabfallmenge in den kommenden Jahren weiter leicht absinkt. Grundsätzlich soll an dem System der Sperrmüll- und Wertstofferfassung festgehalten und das haushaltsnahe System der Wertstoffhöfe weiterhin positiv begleitet werden.

 

Das Mengenaufkommen der Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen setzt sich aus einer Vielzahl heterogener Einzelfraktionen zusammen. Das Abfallaufkommen an Gewerbeabfällen, produktionsspezifischen Abfällen (Industrieabfälle) und Infrastrukturabfällen (z.B. Straßenkehricht) unterliegt größeren Schwankungen, die in erster Linie auf konjunkturelle Einflüsse und diskontinuierliche Einmaleffekte zurückzuführen sind.

 

Die Entsorgung von kommunalen und gewerblichen Restabfällen ist über eine Interkommunale Kooperation mit der Stadt Dortmund und über eine Kooperation mit der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) abgesichert.

 

ALTHOLZ

NATÜRLICHER BRENNSTOFF

Die Getrennterfassung von Altholz in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden erfolgt im Rahmen der getrennten Sperrmüllsammlung und über die kommunalen Wertstoffhöfe im Kreisgebiet. Durch den konsequenten Ausbau dieser Erfassungssysteme konnten die erfassten Mengen verstetigt werden. Derzeit werden im Jahr rund 10.000 t Altholz separat erfasst. Dies entspricht einem Wert von 27 kg/(E*a).

Aus abfallwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht besteht das Ziel, den Haus-und Sperrmüll von dem Wertstoff Altholz über eine separate Erfassung zu entfrachten, um diesen separat einer hochwertigen Verwertung zuzuführen.

Die Altholzmengen werden von der EGW verschiedenen Verwertungsanlagen zugeführt, in denen diese thermisch verwertet werden (z.B. Biomassekraftwerke).

 

ALTGLAS

GLAS SAMMELN – ABER RICHTIG!

Beim Glasrecycling sind die Deutschen spitze: Rund 97% aller Haushalte bringen ihr Altglas zum Sammelcontainer. Häufig besteht aber Unsicherheit darüber, was alles in den Altglascontainer darf – und was nicht. Nur sortenreines und richtig getrenntes Altglas ermöglicht später eine nachhaltige Wiederverwertung. Also erst aussortieren, dann einsortieren!

Die Sammlung und Verwertung von Altglas unterliegt der Zuständigkeit der dualen Systeme.

 

 

LEICHTVERPACKUNGEN

DIE GELBE TONNE

Die Sammlung und Verwertung von Leichtverpackungen unterliegt der Zuständigkeit der dualen Systeme.

Die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen finanziert sich über Beteiligungsentgelte der Hersteller und Vertreiber an die dualen Systeme. Gezahlt wird nur für in Deutschland in Verkehr gebrachte Verpackungen. Dabei richtet sich das jeweilige Entgelt ausschließlich nach dem eingesetzten Material und dem Gewicht der Verpackung.

 

Verpackungen sind ein wertvoller Rohstoff, der nur durch richtige Mülltrennung im Recyclingkreislauf verbleibt. Mit Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes zum 01.01.2019 müssen die dualen Systeme deutlich höhere Recyclingquoten erfüllen. Hierbei kommt es auch auf die Qualität der über Gelbe Tonnen und Gelbe Säcke gesammelten Leichtverpackungen an. Ein Problem sind daher fehlbefüllte Gelbe Tonnen/Gelbe Säcke, d.h. wenn z.B. Abfälle über die Gelben Tonnen/Gelbe Säcke gesammelt werden, die keine Verpackungen sind. Denn nicht jeder Kunststoff und Plastik gehören in die Gelbe Tonne/Sack und können recycelt werden. Eigentlich selbstverständlich sollte in unserer modernen Gesellschaft sein, dass Restmüll (z.B. Windeln usw.) ebenfalls nichts in der Gelben Tonne/Gelben Sack verloren haben.

 

Durch die Öffentlichkeitskampagne „Mülltrennung wirkt“ möchten die dualen Systeme über bestehende Vorurteile aufklären, Bürgerinnen und Bürger informieren und motivieren, nur das über die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack tatsächlich zu sammeln, was dort hinein darf.

Alle Informationen zur Öffentlichkeitskampagne des dualen Systems